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    COMPEON
    Unternehmen in der Krise: Handlungsoptionen für den Mittelstand

    Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie werfen ihre Schatten bereits voraus. Auftrags- und Umsatzrückgänge, Kurzarbeit und Liquiditätsengpässe sind nur einige der Folgen, die sich aktuell global beobachten lassen. Experten sind sich sicher: Viele Betriebe werden die Krise nicht überstehen und etliche Angestellte und Selbstständige werden ihren Job verlieren.

    Ein Gastbeitrag von Carsten Häming, Managing Partner der Corporate Finance Mittelstandsberatung GmbH und Sebastian Thiemann, Chief Sales Officer der Compeon GmbH.

    Diejenigen Unternehmen, deren finanzielle Möglichkeiten schon vor Beginn der Krise begrenzt waren, leiden besonders unter der wirtschaftlich angespannten Situation. Da die Hilfskredite der KfW und die Förderprogramme der Länder nur eine begrenzte Zeitspanne überbrücken können, sind Unternehmer im Kampf um die eigene Existenz mehr denn je auf Handlungsalternativen angewiesen. Nachfolgend werden daher drei der wichtigsten Optionen in aller Kürze dargestellt:

    1. Konsolidierung: Wenn ein Unternehmen den Schritt aus der drohenden Situation nicht allein schafft, kann ein Zusammenschluss mit einem weiteren Unternehmen ein probates Mittel darstellen. Unter einer Konsolidierung wird in der Praxis der Zusammenschluss der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einzelner Unternehmen zu einem gesamtheitlichen Konstrukt verstanden. Vorteile einer Fusion liegen insbesondere in der Erzeugung potentieller Synergie- und Skaleneffekte, etwa durch Kostenreduktionen und Konditionsverbesserungen (beispielsweise im Einkauf, im Vertrieb, in der Produktion, in der Personalbeschaffung und in der Verwaltung). Verbesserungspotentiale dieser Art können für einen finanziellen Turnaround sorgen. Diese positiven Signale werden wiederrum von Finanzdienstleistern honoriert, was zur Folge haben kann, dass zusätzliche Kreditlinien (Stichwort Kontokorrentkredit) eingeräumt und weitere Möglichkeiten der Fremdkapitalaufnahme geschaffen werden.
    2. (Not-)Verkauf: Das wohl einschneidendste Mittel, um sich aus der Krise zu befreien, ist der Verkauf des eigenen Unternehmens. Dieser Schritt fällt vielen Unternehmern allerdings sehr schwer. In Anbetracht der drohenden Konsequenzen (z. B. weitere finanzielle Verluste und Stellenabbau) kann diese Alternative jedoch durchaus eine Chance für alle Beteiligten darstellen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Zeitpunkt des Verkaufes. Denn: je besser das Unternehmen dasteht, desto leichter fällt ein Verkauf an potenzielle Interessenten. Ein zu großer Zeitdruck wird sich unter Umständen negativ auf den Kaufpreis auswirken, weil der Such- und Selektionsprozess von Käufern schnell durchgeführt werden muss. Im schlimmsten Fall wird der gezahlte Preis weit unter dem Marktwert liegen, da sich der Käufer das zusätzliche Risiko (die fehlende Zeit das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen) mit einem entsprechenden Abschlag vergüten lässt.
    3. Beteiligung: Eine gute Möglichkeit, den Betrieb des eigenen Unternehmens ohne große Änderungen weiterzuführen, besteht im Rahmen einer Unternehmensbeteiligung. Dabei bringt ein Eigenkapitalinvestor Geld- oder Sacheinlagen in das Unternehmen ein und wird im Gegenzug an diesem beteiligt. Je nach Wunsch des Gesellschafterkreises kann der Investor eine Mehrheitsbeteiligung oder eine Minderheitsbeteiligung eingehen. Um eine nutzenbringende Partnerschaft zu gewährleisten, sollte im Vorhinein darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Zukunftsvorstellungen der (Alt)-Gesellschafter mit denen des Investors übereinstimmen.

    In Anbetracht dieser drei Handlungsoptionen wird offensichtlich, dass es neben der externen Finanzierung und Rettungskrediten noch zahlreiche weitere Möglichkeiten gibt, die Krise zu überwinden. Damit sich die prekäre Lage bei mittelständischen Unternehmen nicht weiter verschärft, sollten die Geschäftsführer professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, um alle Möglichkeiten eingängig zu prüfen. Ein M&A-Experte kann (nach einer eingehenden Analyse der Geschäftszahlen und des Branchenumfelds des Unternehmens) einen Fahrplan entwickeln und abschätzen, ob möglicherweise eine Beteiligung oder Konsolidierung des Unternehmens in Frage kommt.

    Die Corporate Finance Mittelstandsberatung GmbH (CF-MB) aus Düsseldorf ist ein Beispiel für eine unabhängige Corporate Finance Beratungsgesellschaft, die sich auf komplexe Transaktionen dieser Art spezialisiert hat. Das nachfolgende Praxisbeispiel zeigt einen Anwendungsfall, bei dem die Finanzierungsspezialisten von Compeon in Zusammenarbeit mit der CF-MB eine Lösung für die Nachfolgeregelung eines mittelständischen Unternehmens gefunden haben.

    Praxisbeispiel eines Owners Buy-out

    Im konkreten Fall handelt es sich um ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen, bestehend aus zwei Gesellschaftern Anfang 60. Mit Beginn der Corona-Pandemie traten beide Geschäftsführer an Compeon als ersten Ansprechpartner in Finanzfragen heran, um eine Lösung für ihre Unternehmensnachfolge zu finden. Nach mehreren Jahrzehnten harter Arbeit in ihrem Betrieb sahen sie die Geschäftsführer nicht mehr im Stande eine weitere Krisensituation mit vollem Einsatz abzuwehren. Ihr Wunsch war es daher, einen Teil ihrer Vermögenswerte als Absicherung für ihren Lebensabend zu realisieren. Wie es bei vielen mittelständischen Unternehmern der Fall ist, war jedoch beinahe ihr gesamtes Vermögen in der Firma gebunden. Da sie zudem (jedoch in verminderter Verantwortung) operativ und gesellschaftsrechtlich im Unternehmen eingebunden bleiben wollten, analysierte Compeon die finanzielle Situation und zog die CF-MB als Transaktionsspezialisten hinzu.

    Nach einer intensiven Strategieplanung mit den Gesellschaftern, dem Team von CF-MB und COMPEON wurde die Strategie eines sogenannten Owners Buy-out festgelegt. Mit Owners Buy-outs können Inhaber einen Teil des Firmenvermögens für sich nutzen, indem Sie Anteile an einen Finanzinvestor verkaufen. Im konkreten Beispiel ging die CF-MB auf die Suche nach einem geeigneten Finanzinvestor und konnte binnen kurzer Zeit mehrere interessierte Beteiligungsunternehmen finden. Auf Grundlage der Wunschvorstellungen der beiden Geschäftsführer wurde ein Auswahlprozess durchgeführt, an dessen Ende der richtige Partner für das mittelständische Unternehmen identifiziert wurde. Die involvierten Parteien erzielten in Kürze eine Einigung, sodass die Umsetzung des Owners Buy-out mittlerweile in vollem Gange ist.