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    COMPEON
    Unternehmensfinanzierung: Warum Banken bestimmte Unterlagen einfordern müssen

    Für Unternehmer sind Investitionen in den eigenen Betrieb zwingend notwendig, wenn es um die Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit geht. Aus diesem Grund gehört es zu den notwendigen Aufgaben von Mittelständlern, die Finanzierung dieser Investitionen sorgfältig zu planen. Dabei nimmt die Vorbereitung einer Kreditanfrage durchaus viel Zeit in Anspruch. Ein Grund dafür sind meist die angeforderten Unterlagen, die eine Bank anfragt, wenn es um eine Unternehmensfinanzierung wie einen Firmenkredit geht. Doch warum benötigen Banken diese Unterlagen? Würden manchmal nicht auch weniger Dokumente ausreichen? Warum ist dieser Papierkrieg nicht vermeidbar?

    Pflichten der Banken

    Bankberater fordern Dokumente an, um sich ein betriebswirtschaftliches Bild zum Unternehmen zu machen, das eine Finanzierung benötigt. Dabei ist die Bank unter anderem gesetzlich verpflichtet, bestimmte Unterlagen anzufordern: In Paragraf 18 des Kreditwesengesetzes (KWG) wird vorgegeben, dass ein Kreditinstitut nur dann einen Kredit gewähren darf, wenn es sich vom antragstellenden Unternehmen die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse bescheinigen lässt. Vor allem die Jahresabschlüsse werden hier als entscheidend genannt und müssen vorgelegt werden.

    „Banken und andere Finanzdienstleister benötigen diese Dokumente für eine fundierte Prüfung und anschließende Kreditentscheidung auf dieser Grundlage: Das gehört dazu, wie das Mehl zum Brot. Es ist vollkommen normal, dass der Finanzdienstleister diese Unterlagen genau sichten muss, bevor er einen Kredit genehmigen kann.“ Dominik Prinz – Firmenkundenberater bei COMPEON

    Bei vielen großvolumigen Krediten ist sogar eine laufende Offenlegung verpflichtend – das heißt, dass Unternehmer während der Laufzeit des Kredits der Bank in regelmäßigen Abständen aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung vorlegen müssen. Die Gesetzlage sieht eine strenge Prüfung schlicht vor, auch um mögliche Entwicklungen frühzeitig erkennen und die Anleger und Kunden der Bank schützen zu können.

    Welche Unterlagen sind wichtig?

    Zu den Basisunterlagen, die ein Berater benötigt, um sich das notwendige Bild für eine Kreditentscheidung zu verschaffen, gehören die Jahresabschlüsse der letzten beiden Jahre sowie die aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) inklusive Summen- und Saldenlisten. Bei der BWA ist zu beachten, dass diese nicht älter als drei Monate sein sollte. Außerdem sind in Einzelfällen eine Kreditoren- und Debitorenaufstellung sowie Aufzeichnungen zum Auftragsbestand und Auftragseingang hilfreich. Üblich und vorteilhaft ist durchaus auch eine Aufstellung der bereits bestehenden Kreditlinien und Verbindlichkeiten – der sogenannte Bankenspiegel. So wird vermieden, dass die entsprechenden Belastungen aus bestehenden Krediten geschätzt werden müssen, was den Unternehmer aufgrund des Vorsichtsprinzips der Banken meist schlechter stellt. Hinzu kommt in der Regel die persönliche Selbstauskunft der geschäftsführenden Gesellschafter, da auch die obligatorische Gesellschafterbürgschaft bewertet wird. Für eine Kreditentscheidung ist wichtig und äußerst förderlich, dass die Bank ein gutes Gesamtbild erhält, damit diese eine entsprechende Entscheidung treffen kann. Wenn Sie jemand um einen Kredit aus Ihrer Firma bittet, würden Sie diesen dann ohne eine ausreichende Informationslage Ihr Geld verleihen?