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    Kritische Riester-Sparer

    Jetzt ist es fix: Im Jahr 2018 wird die jährliche Zulage für Riester-Sparer von 154 auf 175 Euro pro Jahr steigen. Dennoch sind viele Sparer unzufrieden und haben ihre Riester-Rente ruhend gestellt.

    In diesem Jahr ist die staatlich geförderte Riester-Rente 15 Jahre alt geworden und sie gewann 2016 weniger Neukunden als je zuvor. 2002 wurden die Altervorsorge-Produkte ins Leben gerufen, um die Lücken der gesetzlichen Rentenversicherung zu stopfen. Anlass war damals die Senkung des Nettorentenniveaus beim Eckrentner, der 45 Jahre lang Beiträge in Höhe des Durchschnittsverdieners eingezahlt hat von 70 auf 67 Prozent. Inzwischen ist das Niveau weiter gesunken. Dennoch wurde jeder fünfte der insgesamt rund 16,5 Millionen Riester-Verträge zur Altersvorsorge ruhend gestellt. Mehr als drei Millionen Menschen haben ihre Verträge ausgesetzt. Vor allem Versicherungs- und Banksparprodukte entwickeln sich rückläufig.

    Warum? Und kann eine Erhöhung der staatlichen Zulagen die Begeisterung wieder anfachen?

    Für wen lohnt sich die Riester-Rente noch?

    Vor allem die staatliche Förderung kann Riester-Produkte zu einem durchaus attraktiven Investment machen, schreiben Experten:

    Wer mindestens vier Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens in einem zertifizierten Riester-Produkt anlegt, erhält derzeit eine jährliche Zulage von 154 Euro. Diese Förderung soll 2018 auf 175 Euro steigen. Pro Kind erhalten Sparer darüber hinaus jährliche Zuschüsse. Alternativ mindern Beiträge von bis zu 2.100 Euro pro Jahr die Einkommenssteuer. Im Rentenalter sind dann zwar Steuern auf die Riester-Rente zu zahlen. Dennoch haben Riester-Sparer zwei Vorteile: Denn in der Sparphase kann sich der volle Betrag verzinsen. Zudem sind die Steuersätze im Alter in der Regel niedriger als während des Erwerbslebens.

    Schon bisher konnte die Riester-Förderung auch für eine Betriebsrente genutzt werden. Das war aber wenig attraktiv, da Riester -Sparer dann in der Spar- und Rentenphase Sozialversicherungsabgaben zahlen mussten. Dieser Nachteil wird ab 2018 abgeschafft. Das könnte die Riester-Rente für jene interessant machen, die bisher angeben, nicht genügend Mittel zu haben, um zusätzlich für das Alter vorzusorgen. Denn bei einer Betriebsrente zahlt oft auch noch der Arbeitgeber mit.

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    Wegen der hohen Kinderzulagen lohnt sich ein Abschluss einer Riester-Rente schon jetzt vor allem für kinderreiche Familien. Denn für jedes Kind gibt es mindestens 185 Euro Zulage. Wurde der Nachwuchs nach 2008 geboren, sind es sogar 300 Euro. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sparer mindestens vier Prozent ihres Einkommens, maximal aber 2.100 Euro einzahlen. Die Zulagen werden angerechnet, so dass Geringverdiener auf eine hohe Förderquote kommen können. Bei Erziehenden ohne eigenes Einkommen reicht eine Mindesteigenleistung von 60 Euro um die Zulagen in voller Höhe zu erhalten.

    Für junge Familien ist die Riester-Rente dank staatlicher Förderung durchaus attraktiv. (© Syda Productions)

     

    Lohnen kann sich eine Riester-Rente aber auch für Arbeitnehmer mit einem Einkommen ab etwa 40.000 Euro pro Jahr. In diesem Fall profitieren Sparer von der Steuerermäßigung, die das Finanzamt gewährt. Bei einem zu versteuernden Einkommen von beispielsweise 50.000 Euro liegt der Steuervorteil bei etwa 855 Euro per annum.

    moneymeets-Tipp: Grundsätzlich wird die Förderung am besten genutzt, wenn der maximal geförderte Betrag von 2.100 Euro im Jahr in den Sparvertrag fließt. Familien mit mindestens zwei Kindern, die ab 2008 geboren wurden, schöpfen die maximale Förderung dagegen bereits aus, wenn Sie nur den Mindestbetrag von vier Prozent des Bruttoeinkommens einzahlen.

    Förderfähige Produkte

    Die staatliche Unterstützung wird für unterschiedliche Vorsorgeprodukte gewährt, die zertifiziert sein müssen. Die beliebtesten sind Rentenversicherungen, Wohnriester, Fondssparpläne und Banksparpläne. Aufgrund der Zinsentwicklung ist vor allem der Bestand an klassischen Rentenversicherungen mit Garantiezins und Banksparplänen rückläufig.

    Fondssparpläne bieten nach wie vor gute Chancen und sind ebenso gefragt wie Wohn-Riester-Lösungen, bei denen das Darlehen für das Eigenheim mittels Zulagen schneller abbezahlt werden kann.

    Unzufrieden mit dem Riester-Vertrag?

    Riester-Sparer, die mit ihrem Vertrag unzufrieden sind, sollten wissen, dass sich eine Kündigung in der Regel nicht lohnt. Denn in diesem Fall ist die gesamte bereits erhaltene Förderung zurückzuzahlen. Wird hingegen der Vertrag gewechselt oder stillgelegt, können Sparer diese Falle umschiffen.

    Wechsel nicht immer ohne Weiteres möglich

    Ist der gegenwärtige Vertrag zu teuer oder sind die Renditechancen zu gering, kann ein Vertragswechsel sinnvoll sein. Es kann auch passieren, dass das Produkt nicht mehr zur Lebenssituation passt. Das kann bei einem Riester-Bausparvertrag der Fall sein, wenn sich die Lebenspläne geändert haben.

    In jedem Fall sind Riester-Anbieter nicht verpflichtet, einen Wechsel anzunehmen. Einige Anbieter verlangen, dass folgende Punkte erfüllt sein müssen:

    • Der Sparer hatte nicht vor und plant auch nicht unmittelbar, Vertragsguthaben zu entnehmen, um eine Immobilie zu finanzieren. Denn dann wären Förderungen zurückzuzahlen.
    • Es hat keinen Versorgungsausgleich nach einer Scheidung gegeben.
    • Das Übertragskapital ist nicht höher als ein bestimmter Betrag.
    • Die Mindestvertragslaufzeit beträgt noch eine bestimmte Anzahl an Jahren.

    Ein Wechsel ist in der Regel mit Kosten von bis zu 150 Euro verbunden. Je nach Vertrag fällt beim neuen Vertragspartner außerdem eine Provision für den Neuabschluss an, die durchaus beträchtlich sein kann. Bei einer Rentenversicherung können es beispielsweise ca. 2,5 Prozent aller zukünftig eingezahlten Beiträge sein.
    Die Alternative: Beitragsfrei stellen

    Wer nicht weiter riestern möchte, der kann seinen Vertrag beitragsfrei stellen lassen. Beim Abschluss garantieren die Anbieter, mindestens die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen auszuzahlen. Ruhende Verträge erhalten zukünftig natürlich auch keinerlei staatliche Förderung mehr. Trotzdem ist diese Variante sinnvoller, als den Vertrag zu kündigen und mehrere Tausend Euro Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen zu müssen.

    moneymeets-Tipp: Optimieren Sie Ihre Altersvorsorge und erfahren Sie, inwieweit Sie Förderungen nutzen oder Ihren Arbeitgeber einspannen können. Erfahren Sie auch, was es bringt, Versicherungszeiten nachzukaufen oder später in Rente zu gehen. Das alles und mehr bietet Ihnen der kostenlose Altersvorsorge-Ratgeber von moneymeets.